Achtsamkeit für Hochsensible

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
Mahatma Gandhi

Achtsamkeit für Hochsensible - Frau liegt auf einer Wiese Achtsam zu sein bedeutet das Tempo zu drosseln

Achtsamkeit ist ein viel benutztes Wort, welches sich auf alle Lebensbereiche bezieht. Es bedeutet achtsam zu sein in der Kommunikation, im Miteinander, in der Liebe, in der Freundschaft, in der Berührung, im Berufsleben, in der Ernährung, in der Selbstfürsorge u.v.m. Für mich bedeutet es vor allem langsamer zu werden, in mich hinein zu horchen, zu lauschen, zu empfangen und vor allem immer mal wieder innezuhalten.

Nun möchte ich dir kleine Übungen zur Achtsamkeit ans Herz legen.

01 Achtsames Gehen

Nimm dir die Zeit um langsam spazieren zu gehen. Richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf deine Füße, deine Fußsohlen. Kannst du den Kontakt zum Boden spüren? Wie fühlen sich deine Füße in den Schuhen an? Kannst du deine Zehen spüren? Werde langsamer, achte auf jeden einzelnen Schritt. Wenn du magst ziehe deine Strümpfe aus. Du kannst ebenso im Garten barfuß über den Rasen laufen. Im Grunde genommen geht es darum dabei immer langsamer zu werden. Laufe in ZEITLUPE. Konzentriere dich darauf zuerst mit dem Hacken des einen Fußes aufzusetzen und dann langsam abzurollen. Dann erst setzt du den anderen Fuß nach vorne. So gehst du im langsamen Tempo voran. Schaue dabei ruhig erstmal auf deine Füße.

Ich nutze das Achtsame Gehen morgens, wenn ich zum Bäcker gehe. Ganz bewusst lenke ich meine Aufmerksamkeit auf die Füße. Dabei „schleiche“ ich allerdings nicht, denn die Zeit habe ich nicht jeden Morgen. Ich gehe „bewusst“ und dabei kann ich meinen Blick heben, schauen was mich an Schönheit umgibt: Ein Blick in den Himmel tätigen, die Bäume betrachten, Menschen anschauen, die mir entgegenkommen oder die Geräusche wahrnehmen – beispielsweise das Zwitschern der Vögel. In mir breitet sich auf diese Weise eine Gelassenheit aus die mich durch den Tag trägt.

02 Die Herzmeditation: Metta Meditation

Die Herzmeditation wird in fernöstlichen Kulturen seit über zweitausend Jahren geübt. Metta bedeutet Freundlichkeit, Sympathie, Herzenswärme, liebevolle Güte. Mit dieser Meditation kann man üben, den eigenen Geist mit Wohlwollen zu füllen. In dieser Form der Meditation führst du einen inneren Dialog mit deinem Herzen.

  • Lege sachte eine Hand auf dein Herz.
  • Schließe deine Augen.
  • Versuche deinen Atem zu spüren.
  • Wie fühlt es sich an, auf diese Weise deinem Herzen zu lauschen?
  • Spürst du eine Entspannung?
  • Sage deinem Herzen innerlich: Liebes Herz, wie geht es dir? Ich möchte dir Aufmerksamkeit schenken und spüren, was dich bewegt.
  • Wiederhole diese Übung so oft du magst. Du kannst sie überall machen.

Hand aufs Herz bedeutet einen Moment inne zuhalten und bewusst in den Kontakt zu deinem Herzen zu gehen.

Wenn du diese erste Übung einige Male wiederholt hast, kannst du die vier Metta Wunschsätze hinzunehmen.

Sie lauten:

  • Möge ich glücklich sein.
  • Möge ich in Sicherheit sein.
  • Möge ich gesund sein.
  • Möge ich unbeschwert leben.

Diese sprichst du innerlich, während eine oder beide Hände auf deinem Herzen liegen. Wiederhole diese kleine Übung täglich. Du wirst spüren, dass es dich von innen heraus stärkt und nährt. Genauso kannst du diese Sätze innerlich auch anderen Menschen senden. Hier verwendest du folgende Worte: Mögest du glücklich sein usw. Metta Sätze sind Samen. Sie schaffen in dir ein fruchtbares Feld für Mitgefühl, Liebe, Achtsamkeit und Güte. Vor allem für dich selbst. Du kannst die Sätze beliebig durch deine eigenen Worte ergänzen oder auch verändern. Ganz so wie es für dich stimmig ist.

03 Pausen im Alltag

Erschaffe dir bewusst kleine Momente des Innehaltens im Alltag. Das kannst du überall tun. Das kann ein Blick aus dem Bürofenster sein; sich kurz auf den Atem konzentrieren: Ich atme ein, ich atme aus; die Hände auf den Bauch legen; einen kleinen Gang tätigen; etwas in Ruhe trinken oder essen; sich kurz auf den Boden legen. Finde deine eigenen Still-Points und integriere sie fest in deinen Alltag. Je häufiger du es wiederholst, desto selbstverständlicher wird es mit der Zeit.

04 Achtsamkeitsübung zum Abschluss des Tages

Um deinen Tag achtsam abzuschließen, benötigst du lediglich ein paar Minuten Zeit. Die folgenden Fragen können dir als Impulse dienen. Kaufe dir ein schönes Büchlein welches du neben dein Bett legst. Du kannst diese Übung hervorragend vor dem Schlafen gehen praktizieren und sie eignet sich bereits für Kinder. Man kann es ebenso als Familien-Achtsamkeits-Übung kultivieren.

  • Was hat mir heute gut getan?
  • Was ist mir heute gelungen?
  • Wofür bin ich heute dankbar?
  • Was war das beste Erlebnis des heutigen Tages?
  • Was wünsche ich mir für morgen?

Meine Metta Sätze heute für dich:
Mögest du glücklich sein.
Mögest du frei sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.
Mögest du mit Freude für dich sorgen können.

Finde heraus, wodurch du dich selbst entschleunigen kannst und sei vor allem liebevoll mit dir.
Falls du Fragen hast oder dir eine Begleitung wünscht, nimm gerne Kontakt mit mir auf.

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