Hochsensibel und Mama sein

Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.
Gertrud von Le Fort

Hochsensibel und Mama sein

Als Mutter ist es manchmal herausfordernd den Alltag mit Kindern zu meistern und gleichzeitig gut für sich selbst zu sorgen. Hinzu kommt, dass du hochsensibel bist und wenn es dein Kind ebenfalls ist, spiegelt ihr euch einander und reagiert manchmal sogar explosiv aufeinander. Du möchtest, dass es deinem Kind gut geht und kommst dabei an deine Grenzen. Dann bist du schnell erschöpft, traurig, müde oder auch antriebslos. Du sehnst dich nach Stille, Ruhe und Rückzug. Alles ist dann einfach zuviel.

Eine Mutter zu sein ist nichts was wir lernen. Wir stolpern hinein, wollen unser Bestes geben, über uns hinauswachsen und alles „richtig“ machen. Meist wollen wir es anders und natürlich besser als unsere Eltern umsetzen. Wir wollen unseren Kindern Gutes tun, sie behüten, sie vor unangenehmen Erfahrungen schützen, sie begleiten und immer für sie da sein. Wir fühlen uns verantwortlich für das kleine Wesen, welches nun bei uns. Wir haben viel darüber gehört und gelesen, doch letztlich kann man sich nicht darauf vorbereiten, wie es ist Eltern zu sein. Jeder Mensch ist einzigartig und in seinen Bedürfnissen besonders. Jede Familienkonstellation und deren Geschichte ist einmalig. Es gibt nichts, was du wissen kannst. Es gilt hier: Mutig sich auf das Abenteuer Mama-Sein, Papa-Sein, Familie-Sein einzulassen.

Ich weiß gut wie es sich anfühlt eine hochsensible Mama eines feinfühligen Kindes zu sein. Und vor gut neun Jahren hatte ich einen Burnout – eine Erschöpfungsdepression. Mein Zusammenbruch war eine Folge von Überforderung und geringer Selbstfürsorge. Seit der Geburt unseres Kindes per Kaiserschnitt*, hatte ich das Gefühl die Hälfte meiner Kraft verloren zu haben. Nach der Geburt empfand ich vieles als beschwerlich, belastend und ich war immer müde. Ich konnte kaum schlafen, weil ich mich um das Baby sorgte. Oft weinte ich und fühlte mich mit allem schnell überfordert. Nach einem Jahr begann ich stundenweise wieder zu arbeiten. Nach zwei Jahren kehrte ich halbtags in meinen Job zurück, während unser Sohn in die Kindergruppe kam. Die Sorge es möge ihm dort gut gehen, war groß. Ihn loszulassen und zu vertrauen, dass er es schaffen möge, fiel mir sehr schwer.

Nach der Arbeit ging ich einkaufen, führte den Haushalt, erledigte was anstand und holte mein Kind aus der Kindergruppe ab, um den Nachmittag mit ihm zu verbringen. Zusätzlich engagierte ich mich ehrenamtlich und ging zweimal in der Woche zum Sport. Irgendwie fand ich ziemlich cool, was ich alles schaffte. Doch mein Akku lief unbemerkt leer und ich konnte mich und meine Bedürfnisse nicht mehr spüren.

Es kam zum Zusammenbruch und ein Hörsturz mit Hyperakusis (schmerzhaftes Hören), warf mich aus dem Leben. Von jetzt auf gleich konnte ich nichts mehr tun. Das Zusammensein mit meiner Familie empfand ich aufgrund des schmerzhaften Hörens als Belastung und mit Freunden konnte ich mich lange Zeit nicht treffen. Es war alles ZUVIEL. Ich suchte mir Unterstützung von außen und mein Mann, meine Familie und liebe Freunde halfen mir sehr. Ich war so zart, zerbrechlich und beschrieb mich selbst als „über den Boden schwebend, ohne Wurzeln, ohne Lebensfreude“. Das war ein Tiefpunkt in meinem Leben.

Als unser Sohn in die Schule kam, war ich sehr nervös. In der Schule ging es ihm nicht gut. Das machte es schlimmer. Da schenkte mir eine Freundin ein Buch zum Thema Hochsensibilität. Als ich es las, weinte ich vor Erleichterung, denn ich fand mich in den Beschreibungen so wieder. Dadurch entstand ein neuer Pfad und wurde zum Weg in ein neues Sein. Langsam, Schritt für Schritt ging ich den Weg, lernte mich neu kennen, erforschte mich und meine Bedürfnisse. Fand Kraft in dem Wissen um meine Hochsensibilität.

Diesen Weg gehe ich seit dem stetig weiter. In meinem Tempo. Mal mit mehr, mal mit weniger Kraft. Doch auf jeden Fall mit dem Bewusstsein für meine Feinfühligkeit und meine Grenzen.

Was ich dir sagen möchte
• Achte gut auf dich.
• Gehe weiter, in deinem Tempo.
• Nimm dir Zeit für dich und erforsche dich.
• Finde deinen Raum.
• Lerne gut für dich zu sorgen und deine Grenzen zu spüren und zu bewahren.

Eine hochsensible Mama zu sein ist ein Geschenk: Du nimmst dein Kind umfassender wahr. Du ahnst wie es ihm geht, du spürst was es braucht, du verstehst wie es sich fühlt. Deine Feinfühligkeit bietet dir viele Gaben. Entdecke und nutze sie zu deinem Wohle. Wenn du lernst gut für dich zu sorgen, findest du auch die Kraft um gut für andere zu sorgen.

Hier findest du einen Beitrag zum Thema Selbstfürsorge von mir.

Ich bin eine Meisterin die übt.
~ Jwala Gamper ~

DU bist der WICHTIGSTE Mensch in deinem Leben.

Wenn du dir eine Begleitung auf deinem Weg wünscht, bin ich gerne an deiner Seite.
Deine Alexandra

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Foto: John Reign Abarintos, unsplash