Kraftquellen für Hochsensible

Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe.
Curt Goetz 

Kraftquellen für Hochsensible01 HUMOR

Für mich ist Humor eine meiner wichtigsten Ressourcen. Er befreit mich aus Gedankenschleifen und bringt mich wieder ganz zu mir. Wenn es mir gelingt, auch unangenehme Situationen mit Humor zu nehmen, dann verliert es an Brisanz und kostet mich nicht mehr allzu viel Kraft. Zu lachen ist so befreiend. Egal, ob wir die Situation künstlich herbeigeführt haben oder ob es einfach aus uns heraus bricht. Ich lache sehr gerne und das kann über sehr alberne Dinge sein. Manchmal laufen mir dann einfach die Tränen herunter.

Ich habe vor einigen Jahren begonnen, Clownsseminare zu besuchen. Dabei geht es nicht darum, willentlich albern zu sein. Der Clown hat so viele Facetten. In ihm steckt alles an Gefühlen, die sekündlich schwanken können. Viele Menschen haben ein ambivalentes Verhältnis zum Clown. Dafür lohnt es sich, sich von dem Klischee des Zirkusclowns zu lösen. Es ist weder der „Dumme August“ noch der „Weißclown“, die mir diese Freude bereiten.

Es ist das Herz, welches sich am Spiel erfreut.

Meine innere Clownin. Sie begleitet mich seither, überall hin. Sie hat mich enorm in meiner Präsenz gestärkt. Als Maskottchen, trage ich immer eine Clownsnase in meiner Tasche mit mir herum. Sie beruhigt und vergnügt mich gleichermaßen. Mich inspiriert besonders die Arbeit der Klinikclowns. Es sind Menschen, die selbst schwerkranke Kinder zum Lachen bringen oder sich liebevoll dementen Menschen nähern, um ein gemeinsames Liedchen zu singen o. ä. Meist ganz zart und niemals aufdringlich. Lachen ist die beste Medizin. Lange dachte ich, dies sei auch meine Profession, doch dann entschied ich mich für einen anderen Weg.

Finde deinen inneren Clown. Lachen erdet und verbindet dich mit deinem Herzen.

02 NATUR

Die Natur ist eine wahre Kraftquelle. Nutze sie, wann immer du die Möglichkeit dazu hast. Vielleicht gibt es einen Wald in deiner Nähe oder du hast einen Garten. Für viele Menschen ist eine Wohltat im Garten zu wirken. In der Verbindung mit der Erde und der Tätigkeit mit den Händen etwas zu tun, kommst du automatisch in eine nährende Verbindung mit der Natur. Hier laden sich deine Batterien wieder auf und häufig spüren wir ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit. Vielleicht baust du selber Obst und Gemüse an und verbindest dich somit ganz natürlich mit den Jahreszeiten. Du erntest was du säst.

Der Wald mit seiner natürlichen Kraft, gibt dir gerne etwas davon ab. Vielleicht findest du einen Lieblingsbaum, zu dessen Wurzeln du dich setzen kannst. Ich selbst habe einen solchen Kraftort ganz in der Nähe. Dieser Baum ist so gewachsen, dass ich mich in ihn hineinsetzen kann (ein Baumthron). Wenn ich seine Kraft spüren möchte, verweile ich eine Weile bei ihm. Wem es gefällt, kann den Baumstamm umarmen und sich so noch tiefer verbinden.

In Japan zählt das Waldbaden zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Nimm dir Zeit, die Natur auf dich wirken zu lassen, nicht zu denken, die Ruhe zu genießen. Ein Segen in Zeiten der ständigen Erreichbarkeit, dem Stress und der Eile.

Vielleicht findest du in deiner Nähe ein Seminar zum Waldbaden.

03 NAHRUNG

Essen erdet uns. Dabei ist es wichtig für dich, dass du erforscht welche Lebensmittel dir gut tun. Finde einfach selbst deinen Weg. Und, nimm dir unbedingt Zeit fürs Essen. Das klappt vielleicht nicht immer und dann ist es ein Sandwich unterwegs, doch wenn du zwischendurch immer mal wieder achtsame Essens Pausen in deinen Alltag einbaust, dann wird es dir dein ganzen System danken.

Vielleicht hast du Kinder und sorgst dich darum, dass sie kein oder wenig Obst und Gemüse essen. Sei beruhigt, es geht vielen Eltern von hochsensiblen Kindern so. Die Geschmacksinne des Menschen ändern sich stetig und dein Kind wird nach und nach mehr Nahrungsmittel ausprobieren. Bleib am Ball und biete deinem Kind immer mal wieder etwas an. Aus püriertem Gemüse, kann man wunderbaren Soßen für Pasta machen und Smoothies sind bei Kindern oft sehr beliebt.

Hochsensible Kinder sind häufig sehr wählerisch mit dem Essen. Manchmal ist es die Farbe, die Konsistenz oder der Geschmack, der gerade „noch“ nicht passt. Bei mir war es als Kind genau so! Und heute esse ich recht viel an Auswahl. Ausserdem: Wenn dein Kind gesund ist, obwohl es das Gesunde verschmäht, dann mache dir bitte nicht so große Sorgen.

Kleiner Tipp: Die meisten Kinder lieben es gemeinsam zu kochen und hier wird dann das ein oder andere auch gerne mal ausprobiert.

Und manchmal essen sie woanders Dinge, die sie zuhause nicht essen!

04 KÖRPER

Alles was dich in deinen Körper bringt, ist gut für dich. Hochsensible Menschen verlieren schnell die Verbindung zu ihrem Körper. Schnell fühlen wir uns dadurch „außerhalb von uns“. Du kannst dich schütteln, auf den Boden stampfen, hüpfen, tanzen, rennen, schwimmen, spazieren gehen, meditieren schaukeln… Jegliche Bewegung tut deinem ganzen System gut. Erinnere dich: Körper, Geist und Seele sind eine Einheit.

Dein Körper ist ein loyales Gefäß und häufig vergessen wir, wie wichtig es ist, in guten Kontakt zu ihm zu bleiben. Ob du etwas in Ruhe tust oder dich dynamisch gerne bewegst: Nutze deinen Körper, als besten Ort für dein Sein.

Auch Massagen, Bäder, Singen, Kreatives Tun, Spazieren gehen, Trommeln u.v.m., sind wundervolle Möglichkeiten, um in deinem Körper zuhause zu sein. Dein Körper ist ein Resonanzgefäß.

05 SCHLAF / ENTSPANNUNG / STILLE

Eine wichtige Kraftquelle ist dir gegeben, wenn du Körper, Geist und Seele immer wieder bewusst Ruhephasen gönnst. Das kann ein Mittagsschläfchen, ein Powernap oder ein langer und erholsamer Nachtschlaf sein. Schlafen ist eine Tankstelle für unsere Nerven und Synapsen. Das System fährt herunter und der Körper kann regenerieren. Zusätzlich gibt es viele unterschiedliche Formen der Mediationen und Achtsamkeitsübungen. Du kannst dich auch einfach lang auf dem Boden ausstrecken und dir vorstellen, dass aus der Rückseite deines Körpers, kleine Wurzeln in den Boden wachsen. Nimm dir hierfür ruhig einen Moment Zeit. Auch einfach zu liegen, in entspannter Körperhaltung, beruhigt deinen Körper und deinen Geist. Es geht nicht darum Stille im Kopf zu erlangen. Du kannst dir sanfte Musik anmachen, einer geführten Meditation lauschen oder in Stille sein.

Mache eine kleine Forschungsreise
•  Wie fühlen sich meine Füße jetzt gerade an?
•  Wie liegen meine Waden auf dem Boden auf?
•  Wie fühlt sich mein Becken heute an?
•  Wie fühlt sich mein Bauch heute an?
•  Wie fühlt sich mein Herzraum gerade an?
•  Wie nehme ich den Kontakt meiner Arme und Schultern zum Boden wahr?
•  Wie liegt mein Kopf auf dem Boden auf?

Dabei gilt es nichts zu tun oder zu verändern. Es ist eine Art offenes Gewahrsein. Erlaube es dir in dich hinein zu spüren.

Nimm dir unbedingt Zeit für dich.

Dies sind nur einige Tipps, denen du nachgehen kannst.

Wenn du dir ein gemeinsames Brainstorming oder konkrete Übungen wünscht, dann melde dich gerne bei mir.

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