Lebendigkeit

Frage nicht, was die Welt braucht. 
Frage dich selbst, was dich lebendig macht, und gehe und tue das,
denn was die Welt braucht, das sind Leute, die lebendig geworden sind.
~ Howard Thurmann ~

Was hat Lebendigkeit mit deinem Körper zu tun? Kennst du das, dass du dich manchmal von dir abgeschnitten und traurig fühlst? Gibt es Tage, an denen es dir schwer fällt deinen Körper zu spüren und du eher außerhalb von dir bist? Frage dich spontan: Zu wieviel Prozent bin ich jetzt gerade in meinem Körper? Wie lautet deine Antwort? Und was macht diese Aussage mit dir? Ich lade dich ein, es so stehen zu lassen. Es ist lediglich eine Bestandsaufnahme.

Lebendigkeit ist für mich ein kunterbuntes Potpourri an Gefühlen, Empfindungen, Wahrnehmungen und Gedanken. Vielleicht kennst du das: Du verlierst dich manchmal im Tun und spürst nicht mehr, was dir gerade gut tut und was nicht. Oder aber du bist im Geiste so rege, dass du von einer Idee zur nächsten eilst und dich auf dem Weg dorthin verlierst. Auch Beziehungen zu anderen Menschen sind wechselhaft und dadurch sehr lebendig. Lebenswege sind voller Veränderungen und Abenteuer.

Für mich bedeutet Lebendigkeit alle Anteile von mir zu entdecken, zu erforschen und zu leben. So erlaube ich mir immer öfter wild, sanft, frech, liebevoll, traurig, zornig, gierig, abenteuerhungrig, zynisch, melancholisch, ängstlich, neidisch, gierig, zufrieden, rebellisch oder leise zu sein.

Bisweilen ist nur eines der Gefühle präsent und zeitweise treten mehrere gemeinsam an die Oberfläche. In den letzten Tagen spürte ich einiges an gegensätzlichen Gefühlen. Da war viel Unruhe und Unsicherheit in mir und dann plötzlich wechselte meine Stimmung und ich spürte tiefen Frieden und Ausgelassenheit. Einfach sehr lebendig.

Lebendig ist, was in Veränderung begriffen ist.

Für mich ist das Meer eine schöne Metapher für Lebendigkeit: es gibt Ebbe und Flut, Sturm und Flaute, Stille und Weite, Tiefe und Finsternis. Es gibt Wellen, die so mächtig sind, dass sie uns davon reißen und die ganze Landstriche verschlucken können. Und es gibt Wellen auf denen wir kunstvoll reiten können. Wenn das Meer ruhig ist, können wir uns der Länge nach auf das Wasser legen und uns sanft treiben lassen. In der Tiefe können wir wahre Schätze bergen. Wir wissen nicht, was als nächstes kommt. Das kann uns ängstlich-vorsichtig oder mutig-neugierig stimmen. Alles darf sein, das macht es so lebendig.

Einige Menschen setzen Lebendigkeit mit Vitalität, Energie, Freude und Lebhaftigkeit gleich. Diese Definition ist für mich unvollständig, denn aus meiner Wahrnehmung heraus, geht es um viel mehr als ein „sich gut fühlen“. Manche Menschen fürchten ihre Lebendigkeit und vermeiden es sich zu (er)spüren, zu (er)leben. Wie ist es für dich?

Impulsfragen für dich:
• Was bedeutet für dich Lebendigkeit?
• Welches Bild kommt dir dabei in den Sinn?
• Wann und wobei fühlst du dich lebendig?
• Wo kannst du es im Körper spüren und wie genau fühlt es sich an?
• Was würdest du über deinen Körper sagen: Ich BIN mein Körper oder ich HABE einen Körper?
• Wie drückst du Lebendigkeit aus?
• Was würdest du gerne tun, um dich lebendiger zu fühlen?

Du kannst diese Fragen für dich beantworten oder sie einfach mit in den Tag nehmen und für dich wirken lassen. Sei gespannt was sich zeigt.

Eine Affirmation kann dich stärkend durch den Tag begleiten.
Vielleicht passt für dich eine der genannten oder du findest eine eigene für dich.
• Ich bin lebendig.
• Ich erlaube mir, alles zu fühlen.
• Mein Leben ist ein bunter Strauß an Erfahrungen und Erlebnissen.

Ich wünsche dir von Herzen eine lebendige Zeit.