Selbstliebe

Sich selbst zu lieben, ist der Anfang einer lebenslangen Leidenschaft.
Oscar Wilde

Zwei Mädchen die nebeneinander sitzenSei dir selbst deine*r beste*r Freund*in

Heute schreibe ich dir aus meiner Perspektive und nutze für mich die Beschreibung beste Freundin. Du kannst es für dich ebenso auf einen besten Freund übertragen. Vielleicht gab es sogar imaginäre Freunde an deiner Seite. Vielen Kindern wird dies ausgeredet, was ich persönlich sehr traurig finde.

Erinnerst du dich, an erste heimliche Blicke im Kindergarten oder in der Schule zu einem Mädchen oder einem Jungen den du mochtest? Hast du dich getraut in den Kontakt zu gehen? Wie waren diese Momente? Warst du schüchtern oder offensiv? Wurdest du gemocht oder abgelehnt?

Ich erinnere viele solcher Momente. Manchmal habe ich mich getraut und häufig auch nicht. Heute möchte ich einige meiner Erinnerungen mit dir teilen. Mit meiner besten Freundin, fuhr ich häufig Rollerskates, wir übernachteten beieinander und erzählten uns Geschichten, die uns nicht einschlafen ließen. Wir spielten Gummitwist, sprangen Seil oder liefen auf Stelzen umher. Wir verkleideten uns, spielten Rollenspiele, picknickten im Park und kletterten in abgerissenen Häuserruinen umher.

Mit einem Freund kletterte ich durch fremde Gärten und lernte Detektivschritte zu gehen. Gemeinsam fanden wir wahre Schätze im Sperrmüll. Ich erinnere mich an Hörspiele hören, Bilder malen, auf Bäume klettern, in Pfützen springen und verbotenes Tun, sowie die erste Zigarette zu rauchen. Es gab gemeinsames Weinen und Wehklagen. Alles war sehr intensiv und lebendig. Es gab viele schöne und auch sehr traurige Momente. Freundschaften vergingen und Erinnerungen blieben.

Das sind einige meiner Erlebnisse, die ich mit (m)einer besten Freundin/Freund als Kind/Jugendliche gemacht habe. Es war nicht immer dieselbe Freundin/Freund, doch wenn ich es zusammenaddiere, dann ist es ein wundervolles Sammelsurium an bunten Erinnerungen und Abenteuern. So hatte ich viele unterschiedliche Wegbegleiter an meiner Seite und ich blicke dankbar auf all diese Erfahrungen zurück.

Alles was du im Außen mit einer besten Freundin oder einem besten Freund er- und durchlebt hast, dass findest du auch in deinem Inneren.

Heute möchte ich dich dazu ermutigen, dir selbst deine/e beste/r Freund/in zu sein.
Die, die alles von dir weiß. Der, der weiß was dir gut tut. Die, die weiß was dich bedrückt. Der, der weiß was du gerade jetzt brauchst. Die, die weiß wie es dir geht, ohne das du etwas sagen müsstest. Der, der dich in den Arm nimmt und dich hält. Die, die mit dir Freude und Leid teilt. Der, der mit dir spielt und dich neckisch herausfordert. Die, die mit dir lacht und tanzt. Der, der zuhört. Die, die immer da ist. Der, der weiß was dir gefällt. Die, die weiß was du magst und kannst. Der, der dich schützt und trägt.

Wie geht es dir mit dieser Idee?

Wenn du dir selbst deine beste Freundin/bester Freund bist, dann kannst du dir ein Stück Heimat in dir selbst schaffen. Wenn du deine engste Vertraute bist, dann kannst du aufhören, im Außen danach zu suchen. Womit ich keinesfalls sage, dass es nicht auch wunderschön ist, im Außen eng vertraute Menschen an seiner Seite zu wissen. Manchmal ist es eine beste Freundin, ein bester Freund, dein Partner, ein Tier oder Anderes. Mit ihnen in Verbindung zu sein, berührt dein Herz und deine Seele. Doch in dir selbst liegt ein wahrer Schatz: DU selbst.

Denn: Heimat liegt im Herzen

Für den Weg dorthin, möchte ich dir ein paar Anregungen nennen. Es geht nicht darum, dich immer zu mögen, sondern dich mit allem was in dir ist, anzunehmen und dich auch mit den „unerfreulichen“ Dingen auseinander zu setzen oder gar anzufreunden. Die Liebe zu dir bleibt dabei immer bestehen, auch wenn du sie manchmal weniger deutlich spürst. Sie ist übergeordnet. Sei dir selbst ganz nah und befreunde dich innig mit dir selbst.

Meine Vorschläge für dich

Um dich mehr und mehr mit dir selbst zu verbinden, kannst du folgendes ausprobieren.
Schau dabei was für dich funktioniert und was dir gut tut. Vielleicht hast du spontan ganz eigene Ideen, dann gehe diesen unbedingt nach.

1. Kraftsätze (Affirmationen)

können dich liebevoll begleiten. Du kannst sie dir auf einen Zettel schreiben und diesen sichtbar auslegen oder an einen geeigneten Ort kleben (auf den Spiegel im Bad zum Beispiel). So kannst du beliebig wechseln und eigene Worte für dich finden.

Selbstliebe Affirmationen
  • Ich bin mir selbst genug.
  • Ich bin mir wichtig.
  • Ich bin mir ein guter Freund/eine gute Freundin.
  • Ich sorge gut für mich.
  • Ich bin mir ein/e liebevolle/e Wegbegleiter/in.
  • Ich bin in Liebe mit mir.
2. Körperwahrnehmung / Spüren + Atmen

Lege deine eine Hand auf dein Herz und die andere auf den Bauch und nimm dir Zeit bewusst dort hineinzuatmen. Dazu kannst du dir auch innerlich eine Affirmation sagen. Genieße den Moment ganz bei dir zu sein. Dein Körper freut sich sehr über deine Berührung und die Verbindung.

Lege beide Hände auf dein Herz und verbinde dich so mit deiner inneren Heimat.

Hier ist der Sitz des Herzchakras: Das Anahata-Chakra (Anahata = nicht angeschlagen, unbeschädigt). Es symbolisiert das Zentrum der Liebe, Hingabe, Selbstlosigkeit, Heilung. Einfühlung und Mitempfinden. Wahrnehmung der Schönheit und Harmonie in Natur und Kunst. Das Herzchakra ist von großer Sensitivität. Hier sind wir berührbar bis in unsere Seele und spüren auch alle anderen Wesen in ihrer wahren Essenz. Es tut so gut mit unserem Herzen in Kontakt zu sein.

Hier kannst du auch Farben visualisieren: Hellgrün oder Magenta (rosa).

Vielleicht magst du auch mit der Frage gehen: Was möchte mein Herz mir heute sagen?

Wenn du dich für die Chakrenlehre interessierst, findest du hier viele Informationen:
⇒ Mehr zur Chakrenlehre findest du hier

3. Schreiben

Schreibe dir einen Brief, so als würdest du ihn an deine beste/n Freund/in schreiben. Diese Technik haben viele berühmte Schriftsteller schon für sich genutzt. Mach dir die Freude und schicke ihn dir per Post. Schreibe darin was du an „ihr/ihm“ schätzt und was dir Freude macht. Wobei bist du so richtig glücklich und was wolltest du „ihr/ihm“ schon immer mal sagen?

4. Tanzen

Diese 2 Lieder habe ich für dich herausgesucht. Wenn du Lust hast, dann höre sie laut und tanze, hüpfe, springe und freue dich über dein Sein mit dir selbst. Beziehe den Text dabei ganz auf dich.

Juli – Wir beide
https://youtu.be/7HJ48oJ7IQE

Sportfreunde Stiller – Ein Kompliment
https://youtu.be/VfD7Dc-qhuc

Ich wünsche dir von Herzen eine gute Zeit mit dir.
Wenn du dir Unterstützung auf dem Weg zu dir wünscht, dann melde dich gerne bei mir.


Selbstverliebtheit – Bruce Mortensen

Selbstliebe gilt bei uns eher als etwas Negatives, hat den Beiklang von Arroganz.
Dabei ist Selbstliebe die Grundlage für eine tiefe Liebe zu Anderen.
Der folgende Text ist eine kleine Verführung zur Selbstliebe.

Wie würde sich mein Leben verändern
Wenn ich mich in mich selbst verlieben würde?

Ich würde für mich einstehen
mir Zeit nehmen zu verstehen
nach meinem Lebenssinn zu hören
mich kennen zu lernen.

Ich würde mich mitnehmen zu langen Spaziergängen
Aufgeregt, und freudig über das, was ich sehe

Mit mir sprechen,
mich jeden Tag mit mir verbinden
mir Aufmerksamkeit und Zeit geben
meine Ziele und Träume anzuhören
Über meine eigenen Witze lachen.
Ich würde mich an das erste Mal erinnern,
wie ich mich dabei ertappte,
mich im Spiegel fasziniert anzuschauen.

Ich würde mich ermutigen
Ärger zu empfinden, Irritation.
Sie als unbefriedigte Bedürfnisse zu sehen,
die gehört werden wollen, gesehen
Während ich meine Lebendigkeit feiere.

Ich würde mir Zeit nehmen, mir Notizen auszudenken,
die ich verstecken würde,
Um sie dann wieder zu finden, wenn ich ein Lächeln brauchte.

Ich würde mich an mein erstes Treffen mit mir erinnern
oder die erste Woche – den ersten Monat, den Jahrestag
Als ich meine Zurückhaltung losließ
und das sagen konnte, was ich so lange fühlte und nicht ausdrücken konnte:
Ich liebe Dich ____________.

Verblüfft würde ich mit einem sanften Herzen aus Mitgefühl und Bewunderung
all die Gründe sehen und glauben, warum Menschen mich lieben,

und mich in meinen eigenen Augen echt und ganz fühlen.

Wie würde mein Leben anders aussehen
wenn ich mich in mich selbst verlieben würde,
wenn ich für mich selbst einstehen würde?
Ich könnte hier sein
Real und authentisch – für dich.

(Englisches Original von Bruce Mortensen, Übersetzung Gerhard Rothhaupt)