Tochter der Erde

Tochter der Erde

Auf einer Wendeltreppe stehend, blicke ich auf meine Füße. Sie sind nackt und verändern zyklisch-pulsierend ihre Größe: Von klein zu groß. An der linken Hand, werde ich von meinem alten, weisen Freund gehalten. Er schenkt mir Vertrauen, so dass ich langsam die Treppe weiter nach oben steige. Meine Gestalt ist kindlich. Vom Absatz der Treppe aus, schauen wir durch eine Öffnung hinab auf die Erde. Eine grüne, satte Wiesen Landschaft ist sichtbar, mit einem kleinen Dorf in einer Senke. Ich zeige auf die Landschaft. Mein Begleiter nimmt mich auf seinen Arm und springt mit mir in das Loch hinein. Statt zu fallen, schweben wir langsam Richtung Erde.

Unten angekommen, setze ich mich in das Gras. Meine Finger und Zehen graben sich tief ins Gras hinein und spüren seine pulsierende Lebendigkeit. Nach einiger Zeit, lege ich mich mit der Vorderseite meines Körpers, lang ausgestreckt auf den Boden und spüre den Kontakt zur Erde. Wenn ich aufblicke sehe ich grüne, lange Grashalme. An Gänseblümchen laben sich Bienen. Eine kleine Welt in einer Großen. Ich sinke tiefer in den Boden hinein. Spüre die Erde. Tauche in sie hinein und sinke in einen Ozean aus feuriger Lava. Es fühlt sich feurig-kraftvoll an. Tauchend nähere ich mich ihrem Zentrum: Eine Kugel aus Licht – das Herz der Erde. Ihr Pulsieren wirkt beruhigend. Als ich dem Herzen der Erde näher komme, erkenne ich es als Spiegel, in dem ich mein eigenes Gesicht sehe.

Nachdem ich mich eine Weile betrachtet habe, löse ich mich von dem Herzen der Erde und schwimme in ihrem Leib umher. Wohlige Wärme versorgt mich nährend. Ich spüre, dass ich zurückkehren möchte. Sie erhört mich. Mit einem kraftvollen Energieschub, stößt sie mich mittels einer Lavafontäne an die Erdoberfläche, so dass ich die äußere Erdenhülle mühelos durchstoße.

Es ist eine Geburt aus dem Inneren der Erde heraus. Lava tropft an mir herab. Ich bin unbekleidet. Eine Frau kommt auf mich zu und nimmt mich in ihren Arm. Sie ist Ich – mein Erwachsenen-Ich. Liebevoll hält sie mich in ihren Armen.

* Dies ist das Erleben in einer Wertmagination (Klartraum). Es sind geführte Wanderungen ins Unterbewusstsein.
Du beschreibst während der inneren Reise, dein Erleben und Fühlen der aufsteigenden Bilder.

16. Januar 2018
© Alexandra Thoese

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