Herzzeit

Was sagt dein Herz?

Was berührt dich? Was nährt dich? Wonach sehnst du dich? Was trägt dich in Beziehungen? Wovon hättest du gerne mehr in deinem Leben? Was wünscht du dir von ganzem Herzen?

In den letzten Monaten habe ich mich oft in mein Herz fallen lassen. Bewusst habe ich mich unerlöstem Kummer gewidmet und dem Schmerz, der die Türen zu meinem Herzen noch ein wenig verschlossen hielt. Mein inneres Kind war und ist in dieser Zeit sehr präsent. Das Fühlen der Wunden hat mich manches mal atemlos werden lassen und dennoch habe ich gespürt, dass genau darin Heilung verborgen liegt. Mit diesen Gefühlen zu sein und sie willkommen zu heißen war eine große Herausforderung für mich.

Die Corona Zeit war und ist für uns alle sehr herausfordernd. Von einem Tag auf den anderen hatte ich keine Anfragen mehr und es wurde still in dem Raum, den ich mir mit meiner Kollegin gerade schön eingerichtet hatte. Andererseits fühle ich auch Dankbarkeit für die geschenkte Zeit, die es mir ermöglicht wieder einmal auf mich selbst zu schauen, anstatt im außen aktiv zu sein. In dieser Zeit habe ich meine Ausbildung zur Leiterin von Frauenkreisen abgeschlossen. Eine Zeit, die sehr intensiv, zutiefst heilsam und sehr verbindend war. Was daraus erwachsen mag, weiß ich heute noch nicht, doch es war eines dieser Geschenke in der unwirklichen Zeit mit Corona.

Grundsätzlich habe ich für mich erkannt, dass es mir immer schwerer fällt weit in die Zukunft zu planen. Es stresst mich sogar regelrecht. Vielmehr ist es der Zustand der Annahme der aktuellen Situation, die mich stiller in mir werden lässt. Ich fühle Vertrauen, dass sich zeigen wird, wie die nächsten Schritte für mich aussehen. Und so wünsche ich dir von Herzen, dass auch du diesen Ort in dir findest aus dem die Antworten fließen wenn du bereit für sie bist.

VERTRAUEN

Vertrauen bedeutet nicht frei von Angst zu sein.
Vertrauen bedeutet eine Wahl zu treffen.
Es bedeutet sich immer wieder zu entscheiden und dem Leben zuzustimmen.
Samt Zweifel und Erfahrungen.

Vertrauen bedeutet bewusst zu handeln, aktiv zu sein und zu erschaffen.
Es bedeutet sich dem Leben hinzugeben. Anzuerkennen, dass es ist, wie es ist.
Zu vergeben was war und sich selbst zu verzeihen.

Einatmend nehmen wir alles zu uns und ausatmend wählen wir erneut zu Vertrauen.
Es wird friedlich in uns.

Vertrauen braucht keine Taten oder großen Worte.
Es braucht Liebe und Güte. Für uns und den anderen.

Wähle, was du willst. Sei radikal ehrlich zu dir und deinem Herzen.

Vertrauen ist (d)eine Wahl.

© Alexandra Thoese / Mai 2020
(dieser Text ist nicht im aktuellen Buch)