Suchen und Finden

Wenn du aufhörst zu suchen, findet es dich.
Alexandra Thoese

Auf der Suche sein

Ich habe lange nichts geschrieben. Es gab keinen Impuls. Ich bin innerlich in den vergangenen Monaten weit und tief gereist und habe verschüttete Erlebnisse und daraus wachsende Erkenntnisse in mir gefunden, die ich mit dir teilen möchte. Ich habe mir dabei Fragen nach Sinn und Wirken gestellt: Wofür bin ich hier? Was macht mich aus? Was ist mein Wirken? Vielleicht inspiriert es dich zu einer ebensolchen inneren Reise. Aus meinen Erkenntnissen formt sich etwas Neues.

Erinnerungen

Als ich noch als Angestellte in einem Grafikbüro in Teilzeit arbeitete, sagte ein Kollege eines Tages zu mir: „Es ist so schön, wenn du da bist.” Auf meine erstaunte Frage wie er das meine, denn ich war nur drei Stunden am Tag dort, ergänzte er: „Du bringst soviel Ruhe rein. Es ist einfach entspannt, wenn du da bist.“

Das hat mich damals sehr berührt, denn weder fühlte ich mich dort immer wohl, noch war ich innerlich immer ruhig.
Dennoch. Etwas scheint durch mich hindurch zu wirken. Einfach so. Ganz egal, wie ich mich innerlich fühle. Das ist definitiv ein Teil meiner Wirkkraft.
Das bedeutet auch, ich muss mir gar keinen Druck machen. Dass Feinstoffliche kennt die Quelle, den Weg und ihre Magie. Ich darf es lediglich erlauben. Damit meine ich, es einfach willkommen heißen und sagen: „Ja, so ist es.“

Das geschieht, wenn ich mit im Raum bin.

Erinnerungen II

Wenn ich diese Fotos der Tiere anschaue, bin ich total berührt.

Die Katzenkinder sind nun keine Kinder mehr, doch ihr Verhalten hat sich nicht verändert. Wenn es nach Minou ginge, wäre sie 24 Stunden am Tag bei mir. Sie ist, wo ich bin. Sie schläft am liebsten auf meinem Brustkorb.

Bei Lilia in der Bretagne erfuhr ich das erste Mal bewusst die Liebe und Nähe mit Hunden. Ich liebte Hunde schon immer, habe aber auch Respekt vor ihnen. Doch als ich bei Lilia in der Bretagne war, war es von Anfang an so mit den Hunden, wie die Bilder es zeigen. Herzlich. Verbunden. Vertraut. Angekommen.

Bei den Fotos mit ihren Pferden sehe ich mich mit völlig anderen Augen. Ich sehe eine Sanftheit, die ich selbst bei mir sonst nicht wahrnehmen konnte.

Das ist sie, diese Energie von der ich im letzten Absatz schrieb. Auf den Fotos sehe ich sie selbst. Das berührt mich.
Es ist seltsam, das über mich zu schreiben. Doch ich fühle, dass es wichtig ist. Kein Verstecken mehr. Die eigene Natur leben. Zum Ausdruck bringen, was sich ausdrücken möchte.

Durch mich.
Mit mir.
Für dich.

Erinnerungen III

Als Jugendliche war ich Leistungsschwimmerin. Wasser war schon immer mein Element und so liebte ich auch das Viele im Wasser sein. Ich hatte 3x die Woche Training und oft am Wochenende Wettkämpfe. Das war anstrengend, doch ich blieb eine Zeit lang dabei. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es nicht das Schwimmen an sich, die Fitness oder der Wettstreit war (ganz und gar nicht).

Es war die Freude an der Gemeinschaft in unserer Gruppe. Ich liebte es mit den anderen Kindern/Jugendlichen zusammen zu sein. Untereinander gab es keinen Neid, da wir niemals gegeneinander wetteiferten. Wir waren eine tolle Gruppe. Ich war eine der Älteren und immer gerne Anlaufstelle und Anker für die Jüngeren. Hier entstand viel Nähe untereinander und wir ermutigten und feierten uns oft gegenseitig. Es gab Umarmungen, Köpfe auf Schultern ruhend, kuschelige Momente. Ich fühle Wärme, wenn ich an diese Momente denke.

Verbindung und Nähe, ja, das mag ich von Herzen gerne erzeugen, leben und halten. Ich umarme gerne, ich halte gerne, ich berühre gerne, ich bin gerne da.

Präsent und ausgleichend.
Sanft und weich.
Herzlich und liebevoll.
Klar und authentisch.
Humorvoll und tiefgehend.

Das bin ich auch.

Ich bin gut für Gruppen.
Auch das klingt seltsam, wenn ich es über mich schreibe, doch ich habe es schon häufiger erlebt und es gesagt bekommen. „Es ist einfach gut, dass du da bist“ oder „Es ist so schön neben dir zu sitzen“. Das berührt mich sehr. Ich spüre es ja selbst nicht, wie es ist mit mir zu sein.

Ich bin Anker und Ruhepol.

Erkenntnisse

Wer bin ich?
Was habe ich zu geben?
Womit wirke ich?

Ich schaue zurück zu dem Zeitpunkt, als ich mich löste aus meinem Wirken als Angestellte. Ich begann „Fortbildungen” zu machen. Ich sammelte Seminare und Ausbildungen. Irgendwie auf der Suche nach dem, was ich bin oder kann. Tanzausbildung, Mediation, Imaginationscoach, wingwave, Touch for Health, systemische Arbeit, The Work von Byron Katie, Usui Reiki u.v.m.

Auf der Suche nach mir selbst. Krass, zu sehen, was ich alles schon „gemacht“ habe. Und weißt du was noch krasser ist: Kaum jemand will gezielt von mir mit diesen „Techniken” begleitet werden. Seltam, oder? Andere sind sehr erfolgreich mit nur einem dieser „Tools“. Bei mir zog es nicht. Lange dachte ich: Wahrscheinlich bietest du zu viel Vielfalt an und zweifelte an mir.

Wie günstig um nicht dahinter zu schauen!

Langsam komme ich mir auf die Schliche und erkenne, dass ich NICHTS von dem bin oder brauche.

Ich BIN das dahinter.
ICH bin.
Ich bin das „Tool“.

Ich bin da mit dieser Energie, die durch mich wirkt. Ohne Ausbildung. Just me. Pur. Mit all den Wunden, mit all den Wegen, mit all den Erkenntnissen aus den Ausbildungen, mit der Freude, dem Humor, der Klarheit und der Empathie. Mit ganz viel Herz und Liebe zu Menschen.

Dennoch: Ich erinnere mich sehr gerne an all diese Zeiten. Sie haben mir wertvollste Erkenntnisse geliefert. Ich liebe es eben auch mich in der Gruppe zu erfahren. Das ist mein Weg. Einer meiner Wege. Als Kind, Mutter, Ehefrau, Freundin, Seelenverkörperung und Gefährtin bin ich noch zahlreiche andere Wege gegangen. Zu mir hin.

Denn eines weiß ich heute: Ich wusste viele Jahre NICHT wer ich bin. Ich bin mir so dankbar, dass ich mich auf den Weg gemacht habe. Für mich. Und auch für dich.

Es sind nicht immer gerade oder klare Wege. Also, hab den Mut und geh. Zu dir hin. Zu dir zurück. Jetzt ist die Zeit.

Erkenntnisse II

Ich bin kein Kirchenfenster.
Was bedeutet das und wie komme ich darauf?

Es war so: Vor ein paar Jahren, fragte mich eine wunderbar ermächtigende Coach: Alexandra, willst du als Kirchenfenster weitermachen und enden? Hm. Tja. Da saß ich lange mit diesem Bild. Und dachte schließlich: Ja, wieso eigentlich nicht. Sie sind doch so schön, so bunt, so strahlend, so lichtvoll, so vielfältig, so heilig, so alt, bezeugen die Zeit und sie strahlen Güte und Liebe aus. Das Gute eben.

Ja, so wollte ich sein. Gut. Gütig. Liebevoll. Gebend wie Mutter Maria (ich bin frei von Religion aufgewachsen). Selbstlos. Mitfühlend. Großherzig. Eben heilig. Ohne all DAS andere.

Ich wollte keine Konflikte, keine Entscheidungen (für mich) treffen, nicht egoistisch sein, ich wollte niemanden abweisen oder ein Nein aussprechen, ich wollte alles „richtig” machen. Letztlich wollte ich mir und anderen beweisen, dass ich liebenswert bin. Dass ich wichtig bin.

Autsch. Ja. Das tat weh und ich brauchte lange um diese Erkenntnis zu spüren und zu erkennen, wem ich hiermit am meisten schadete. Und wen ich belog. Denn natürlich hatte ich auch all die „schlechten” Gefühle. Noch viel schlimmer, denn dafür verurteilte ich mich sehr. Die wollte ich wegsperren. Denn ich dachte, gute Menschen sind so nicht. Die sind nie wütend, nie traurig, nie neidisch, nie bewertend u.ä.

Als Kirchenfenster war ich sogar unerreichbar. Da oben irgendwo. Der Preis den ich hierfür zahlte, war sehr schmerzlich. Ich fühlte mich einsam, unverstanden, unerkannt und ungehört.

Ich verstehe diese Metapher heute auf so unterschiedlichen Ebenen. Und ich bin froh, dass ich erkannt und gewählt habe kein Kirchenfenster mehr zu sein.
Ich wähle Wahrheit, Berührbarkeit, Verletzlichkeit, Menschlichkeit, Risiko und Mut. Mut diesen Weg zu gehen. Sogar ihn zu tanzen.

Mit allem was ich bin.
DANKE Leben.

Ich danke dir fürs Lesen und hoffe, dass du aus meinen Schilderungen etwas für dich mitnehmen kannst. Für dich. Deinen Weg. Dein Leben.
Und wenn du mir schreiben willst, freue ich mich sehr.

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