
Wir hören auf, darauf zu achten,
was man seit Äonen von Generationen
auf bestimmte Art und Weise macht,
weil die gesellschaftlichen Normen es vorgeben.
Wir hören auf, den Stimmen in uns Frauen
zu lauschen, die uns erzählen,
dass wir unvollkommen sind.
Wir machen es anders.
Wir hören auf, den Ratschlägen
und den Regeln zu folgen,
wie wir unsere Kinder zu begleiten haben.
Wir hören auf, den Weisungen
von selbst ernannten Obrigkeiten zu lauschen,
die besser wissen wollen,
was für uns und unsere Gesundheit gut ist.
Wir machen es anders.
Wir hören auf, den kritischen Anteilen
in uns soviel Raum zu geben,
so dass wir keinen Platz mehr für unser Selbst finden.
Wir hören auf, den Stimmen in uns Männern
zu lauschen, die uns weismachen wollen,
dass Gefühle zu zeigen ein Zeugnis von Schwäche ist.
Wir machen es anders.
Wir hören auf, auf die guten Ratschläge
von anderen Menschen zu hören,
die uns davon ablenken unserem Herzen zu folgen.
Wir hören auf, daran zu glauben,
dass wir nur mit Anstrengung im Leben
auch Glück und Fülle verdient hätten.
Wir machen es anders.
Wir hören auf, die Erwartungen
der anderen erfüllen zu wollen,
die nicht dem entsprechen,
wie wir frei sein und leben wollen.
Wir hören auf, unserem eigenen kranken Anspruch
nach Perfektion zu genügen, der uns unserer Freude beraubt.
Wir machen es anders.
Wir hören auf, das konditionierte Bild
von Paarbeziehung zu nähren,
das unsere Sehnsucht nach Lebendigkeit im Keim erstickt.
Wir hören auf, unsere Erde und Freunde,
die Tiere auszubeuten,
was unsere Verbundenheit durchtrennt.
Wir machen es anders:
Wir hören jetzt auf uns,
auf unser Herz, unsere Seele, unseren Körper und unsere Sehnsucht.
© Alexandra Thoese und Jumana Mattukat